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Das Projekt

Modellprojekt Zukunftsschule

Phänomene wie zunehmender Rechtspopulismus, verschiedene Formen von Extremismus sowie die drohende Spaltung der Gesellschaft auf der einen Seite, menschengemachter Klimawandel auf der anderen Seite erfordern ein entschiedenes Umdenken in Gesellschaft und Schule und bedeuten wichtige Entwicklungsaufgaben für die Schule.
Daher hat das Niedersächsische Kultusministerium gemeinsam mit dem Niedersächsischen Landesinstitut für schulische Qualitätsentwicklung (NLQ) zur Teilnahme am Modellprojekt Zukunftsschule eingeladen.

Der Bezugsrahmen für das Modellprojekt Zukunftsschule sind die Erlasse „Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) an öffentlichen allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen sowie Schulen in freier Trägerschaft“ und „Stärkung der Demokratiebildung an öffentlichen allgemein bildenden und berufsbildenden Schulen sowie Schulen in freier Trägerschaft“, die beide zum am 01.06.2021 in Kraft getreten sind.

Beide Erlasse nehmen direkt Bezug zur Agenda 2030 der Vereinten Nationen. Wie können wir als Gesellschaft dem fortschreitenden menschgemachten Klimawandel begegnen? Wie können wir die Artenvielfalt bewahren? Wie können wir einer zunehmenden Ungleichheit und Ungerechtigkeit in unserer (Welt-)Gesellschaft entgegenwirken? Um diese Ziele erreichen zu können, muss auch der Bildungsbereich einen Beitrag leisten. Schülerinnen und Schüler sollen dabei befähigt werden, ihre Lernprozesse zunehmend selbstbestimmt zu gestalten, anhand selbst gestellter Fragestellungen zu lernen und Engagement zu entwickeln. So sollen Kinder und Jugendliche auf ein selbstbestimmtes und verantwortungsvolles Leben in unserer Gesellschaft vorbereitet und ihre Handlungskompetenz für eine zukunftsfähige Gesellschaft gestärkt werden. Ziel ist eine Lernkultur, die auf den vier Bildungs-Säulen der UNESCO aufbaut: Lernen, Wissen zu erwerben / Lernen zusammenzuleben / Lernen zu handeln / Lernen zu sein. BNE und Demokratiebildung sind dabei als Aufgabe der ganzen Schule zu verstehen und sollen sich in allen Bereichen vom Leitbild über entsprechende Verankerung in schuleigenen Arbeitsplänen, in Projekten bis zur Ganztagsgestaltung wiederfinden. Deswegen wurde zu beiden Erlassen eine Übersicht zur Schulentwicklung erarbeitet, die den Schulen konkrete Ansatzpunkte zur qualitativen Weiterentwicklung aufzeigt.

Für Schulen aller Schulformen, die in diesem Sinne bereits dabei sind, intensiv und innovativ neue pädagogische Formate zu erproben bzw. dieses planen und die einen umfassenden qualitativen Entwicklungsprozess aller an Schulentwicklung Beteiligten im Sinne von Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und Demokratiebildung in den Blick nehmen wollen, ist im September 2021 das Modellprojekt Zukunftsschule gestartet.

Im Rahmen des Modellprojektes werden bis zu 20 Schulen bei ihrer Schul- und Unterrichtsentwicklung mit den Schwerpunkten BNE und Demokratiebildung intensiv im Prozess begleitet und auch wissenschaftlich unterstützt. Weitere 45 Schulen starten einen Prozess, der die ganze Schule im Sinne der Bildung für nachhaltige Entwicklung und der Demokratiebildung qualitativ weiterentwickelt. Auch diese Schulen werden im Prozess begleitet. Jede teilnehmende Schule kann in diesem Projekt pädagogische Ansätze erproben, die einen innovativen Gestaltungsspielraum beschreiben und über einen bisher definierten pädagogischen Rahmen in den Bereichen BNE und Demokratiebildung hinausgehen. Dazu hat sich jede Schule für ein konsensual festgelegtes Innovationsvorhaben entschieden, das sie im Rahmen der Schulentwicklung umsetzen möchte. 

Im Rahmen des Modellprojektes liefern die Schulen wichtige Erkenntnisse von Gelingensbedingungen, die für eine Transformation schulischen Lernens im Sinne eines Whole School Approach mit den Schwerpunkten Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und Demokratiebildung von landesweiter Bedeutung sein können. Das Modellprojekt versteht sich als ein gemeinsames Projekt des Niedersächsischen Kultusministeriums, des NLQ und der RLSB. Es ist darüber hinaus intensiv vernetzt mit der Bildungsinitiative von Herrn Minister Tonne „Bildung 2040“.

Die Modellprojektschulen werden vierteljährlich zu Didaktischen Werkstätten eingeladen. Im Sinne einer professionellen Lerngemeinschaft arbeiten die Schulen an der bildungswissenschaftlichen Auseinandersetzung mit gemeinsam ausgewählten innovativen Themen und Veränderungen, an deren Bedeutung für die qualitative Weiterentwicklung von Schule und Unterricht sowie an der konkreten Ausgestaltung der Innovationsvorhaben. Parallel dazu ist ein Unterstützungsprozess geplant, der die Schulen darin begleitet und stärkt, ihr Vorhaben in der Schulgemeinschaft zu verankern und wichtige Erkenntnisse über Gelingensbedingungen und auch Grenzen herauszuarbeiten, die relevant sind für eine mögliche weitere Ausgestaltung von Schulentwicklungsprozessen in Niedersachsen. Gemeinsam werden Wege entwickelt, die geeignet sind, mögliche Hürden und Barrieren abzubauen. Darüber hinaus geht es darum, weitere Themen für die individuellen Schulentwicklungsprozesse herauszuarbeiten, weiterzuentwickeln und für die Umsetzung an der Schule vorzubereiten.

Das Modellprojekt Zukunftsschule ist für einen Zeitraum von fünf Jahren geplant. Das Modellprojekt ist auf die Zukunftsfähigkeit aller Schülerinnen und Schüler in Niedersachsen ausgerichtet. Fit für die Gegenwart und reflektiert in die Zukunft: Die Schülerinnen und Schüler in Niedersachsen sollen sich stärker mit dem Leben in einer globalisierten Welt auseinandersetzen – und das kritisch und konstruktiv. Dazu braucht es Kompetenzen, die auf das Leben und Gestalten vorbereiten. Ziel des Netzwerks Werkstatt Zukunftsschule ist eine stärkere Kompetenzentwicklung der Schülerinnen und Schüler in den Bereichen Demokratiebildung und Nachhaltigkeit.

Die Schülerinnen
und Schüler

sind fähig, als autonome Sozialakteure ihre eigenen Ziele im Leben im Rahmen der demokratischen Institutionen und unter Achtung der Menschenrechte zu wählen und zu verfolgen
sind fähig und auf Grund ihrer mündigen Entscheidung bereit, Ziele der nachhaltigen Entwicklung im privaten, schulischen und beruflichen Bereich zu verfolgen und sich an ihrer Umsetzung auf gesellschaftlicher und politischer Ebene zu beteiligen.
sind fähig, sich effektiv und angemessen an einer Kultur der Demokratie zu beteiligen.

Daraus ergeben sich konkrete Handlungsfelder

Stärkung von Partizipation und Teilhabe aller Schülerinnen und Schüler, d.h. unabhängig von deren Herkunft. Verankerung der Partizipation und Teilhabe aller Schülerinnen und Schüler in Unterrichts- und Schulkultur.
(Weiter-)Entwicklung einer lernendenorientierten, diversitätsreflexiven, partizipativen, multiperspektivischen und interaktiven Unterrichts- und Schulkultur.
Ermutigung und Befähigung der Schülerinnen und Schüler zu demokratischem, nachhaltigem und solidarischem Engagement in der Schule und in der Zivilgesellschaft. Ihnen werden entsprechende Erfahrungsräume inner- oder außerhalb der Schule bereitgestellt.
Stärken der Menschen- bzw. Kinderrechte im Schulalltag.
Stärken der Friedensbildung im Schulalltag.
Entwicklung und Verankerung von Kernelementen eines demokratischen Schulentwicklungsprozesses.

Der Beteiligungsrahmen

Das Modellprojekt Zukunftsschule ist für einen Zeitraum von fünf Jahren geplant. Schulen, die mitarbeiten möchten, erfüllen folgende Bedingungen:

Zur Bewerbung wird eine kurze Projektskizze vorgelegt, die ein geplantes Innovationsvorhaben umschreibt.
Die Zustimmungen der Gesamtkonferenz und des Schulvorstandes werden zur Antragstellung eingeholt.
In der Schule gibt es eine feste Ansprechperson für das Modellprojekt Zukunftsschule.
Die regelmäßige Teilnahme von zwei Vertreterinnen oder Vertretern pro Schule (erweiterte Schulleitung und Ansprechperson für das Modellprojekt Zukunftsschule) wird ermöglicht.
Es besteht die Bereitschaft für eine Mitarbeit im Modellprojekt Zukunftsschule, die den geplanten Zeitraum von fünf Jahren umfasst.
Es besteht die Bereitschaft, innovative Formate der Unterrichts- und Schulentwicklung als Entwicklungsziel zu erproben und systemisch zu verankern.
Es besteht die Bereitschaft, ein Innovationsvorhaben mit erweitertem Gestaltungsspielraum/ erweiterten Möglichkeiten zu beantragen und umzusetzen.
Es besteht die Bereitschaft zur Öffnung der Schule zu lokalen und globalen Kooperationen sowie zu außerschulischen Partnerinnen und Partnern.